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NACHRUF AUF MEIN LEBEN

Wer will ich mal gewesen sein?

So lautete die Frage, die ich mir im Sommer 2020 immer und immer wieder stellte. Aus den Antworten darauf entstand später der Nachruf auf mein Leben. Nicht auf mein vergangenes, sondern auf mein noch zu lebendes Leben. Eine Art „call for action“ und Orientierungshilfe für meine Restlaufzeit. Das Leben ist endlich, auch Ihres und meins. Und es lässt sich nicht auf die hohe Kante legen. Wenn der Tod kommt, ist Sense.

 

Nachruf - Die Kurzfassung:

Ich habe nie aufgehört, als Mensch zu gedeihen & das Leben zu lieben. Und ich habe viele Menschen inspiriert, diesen Weg ebenfalls einzuschlagen. Weil das nicht nur zum eigenen Wohlbefinden, sondern zum Wohle aller beiträgt, auch derer, die nach uns kommen.

 

Die extended version:

Eines vorweg: Nachdem ich zusammengeschrieben hatte, welch toller Kerl ich denn mal gewesen sein will, folgte der Reality-Check: Wer bin ich heute? Die Antworten darauf mündeten in der Idee zu einen neuen Vortrag: „Ralph Goldschmidt. Bekenntnisse eines Heuchlers.“ Mehr Schein als Sein. Viel Talk, wenig Walk. Das wird nun anders.

Wenn Sie gleich weiterlesen, tun Sie das bitte in dem Wissen, dass es bei einigen Punkten noch ein bisschen Luft gibt nach oben. Und bei den anderen noch ein bisschen mehr. Also:   

Ich habe nie aufgehört, „als Mensch“ zu gedeihen & das Leben zu lieben. Und getan, was richtig war, nicht, was ankam.

Ich war integer. Ich habe gesagt, was ich tat, und getan, was ich sagte.

Wenn ich Wasser predigte, soff ich auch (meistens) Wasser (statt Riesling).

Ich habe mir nicht selbst in die Tasche gelogen. Selbst dann nicht, wenn andere mich dazu einluden. Und ich wurde kein Arschloch, obwohl mir viele zeigten, wie das geht.

Für andere wertvoll zu sein war mir wichtiger, als „erfolgreich“ zu werden.

Es ist mir auch in schwierigen Momenten gelungen, nicht an der Menschheit zu verzweifeln, vor allem an der Ignoranz viel zu vieler Menschen.

Ich habe mich ernst genommen, aber nicht besonders wichtig.

Ich war großzügig.

Ich habe mich gezeigt, wie ich bin. Ohne Maske, mit all meinen Macken, mich nackig gemacht, verletzlich.

Meinen Enkeln konnte ich mit einem Lächeln im Gesicht und – wichtig: mit gutem Gewissen – von meinem Leben erzählen. Vor allem davon, wie ich mich dafür engagiert habe, dass sie auf diesem Planeten, den unsere Generation geplündert hat, ein so lebenswertes Leben haben können wie ihr Opa.

Ich habe geliebt. Mich selbst. Meine Nächsten. Auch die Übernächsten. Und ich habe sie das spüren lassen.

 

Unterm Strich war ich ein recht passables, zumindest authentisches „Role-Model“ für das, was ich predigte... und nicht zuletzt dadurch etwas bewirkt. Ich kann jonn.

 

Und, hey, Jesus und Buddha haben auch als Wanderprediger angefangen :-))

Vita

Mein Leben bis 2021

Die frühen Jahre

An Silvester 1963 als Zangengeburt ans Licht der Welt gezerrt. Wunschkind gewesen. Auf dem elterlichen Weingut an der Mosel aufgewachsen. Viel Sport gemacht. Und Abi. Nicht Winzer geworden, sondern 15 Monate Bundeswehr, anschl. Banklehre. Vernünftig gewesen. Puh.

Studium

Traum erfüllt: Sport studiert an der "Spoho" Köln, mit viel Herzblut. Und VWL, an der Uni Köln, mit weniger Herzblut. Viel weniger. Auf Wirtschafts-, Sozial- und Leistungspsychologie konzentriert. Stipendium „International Management“ an Italiens Elite-Universität „Bocconi“ in Mailand erhalten. Dipl.-Volkswirt & Dipl. Sportwissenschaftler geworden. Als einer der Jahrgangsbesten. Immerhin. 

Erster Job

In einer Unternehmensberatung angefangen. Als Trainer & Coach für gestresste Vorstände und Führungskräfte. Toller Job. Trotzdem nur kurz geblieben. Nicht meine Kultur.

Freiberufler & Unternehmer

Selbstständig gemacht. Ohne Geld. Ohne Kunden. Mit Kind. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Erstes Unternehmen gegründet. Mit einem Partner. Wollte wissen, ob ich das kann. Zweites Unternehmen gegründet. Wollte wissen, ob ich das alleine kann. Fazit: Ja, kann ich schon so halbwegs (seit 2004 geschäftsführender Gesellschafter der Goldschmidt & Friends GmbH), bin aber viel mehr Freiberufler (Redner & Coach, s.u.) als Unternehmer.

Redner & Coach aus Leidenschaft

Über ein Dutzend Trainer- und Coachausbildungen absolviert.

Wichtiger und hilfreicher: In den letzten 30 Jahren wenig ausgelassen, was man an Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung so machen kann.

Seit über 25 Jahren als Coach für Einzelpersonen, Teams und Unternehmen in Entwicklungs-, Veränderungs- und Transformationenprojekten im Einsatz. Ab 2015 vor allem als Keynote Speaker, Impulsgeber und Sparringspartner für Unternehmer und Top-Management, incl. DAX-Vorständen.

 

Zu meinen Kunden gehören viele Global Player, die meisten DAX 40-Unternehmen, viele namhafte Mittelständler, Verbände, Hochschulen und Akademien.

Privates

Vater von vier geliebten Kindern (3 Jungs, eine Tochter), Riesling-Freund mit eigenem Weinberg. Sport (fast alles mit Bällen und Schlägern)... aufgrund diverser Verschleißerscheinungen und OPs leider nur noch eingeschränkt möglich. Italien-Fan. Immer noch. Selbsterkundung. Immer noch. Viel Zeit für mich.

Soweit die Erfolgsstory

Klingt ganz cool, oder? Für die meisten Menschen in meinem Umfeld war ich jahrzehntelang nur der Sonnyboy. Der Strahlemann, dem alles total locker von der Hand geht. Ja, der bin ich auch. Aber das ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit. Für diesen Teil kriegt man die Punkte auf der „Find-mich-geil-Skala“. Aber natürlich gab´s/gibt´s auch die… 

Schattenseiten

Sogar reichlich. Seiten, die ich weniger gerne zeige, die ich früher – mal bewusst, mal unbewusst – verdrängt, verleugnet, kompensiert, schöngeredet oder für mich behalten habe. Die nicht so gut sind fürs Renommee, mit denen man keine „Kompetenzanmutung“ aufbaut: Scheidung, Trennungen, Pleite, Drogen, psychosomatische Beschwerden, depressive Phasen, Selbstzweifel, Heuchelei, Versagensängste, Ohnmacht, Scham- und Schuldgefühle.

 

Und klar, schöner ist anders. Aber das ist eben auch ein Teil von mir, der gehört dazu. Lebenskunst hat aus meiner Sicht ganz, ganz viel damit zu tun, gut mit Krisen, „unschönen“ Gefühlen und seinem sog. inneren Kind umgehen zu können. Der Weg dahin ist nicht leicht… aber er lohnt sich allemal. Mein Leben hat seitdem unfassbar an Qualität, Tiefe, Intensität und Lebendigkeit gewonnen. 

Patentrezepte habe ich keine. Die Weisheit mit Löffeln gefressen auch nicht. Aber doch eine Menge Wissen und viel Erfahrung. Die teile ich gerne mit Ihnen. Mit ganz viel Herzblut! Und Humor!